
Der erste Heimauftritt einer neuen Saison ist immer mehr als nur ein Spiel. Er ist ein Stimmungsbild, ein gemeinsames Einatmen vor den nächsten Monaten und manchmal auch die Chance, etwas hinter sich zu lassen. Genau darum ging es bei unserer Restart-Choreo zum Heimspielauftakt der Saison 2025/26.
Die zurückliegende Spielzeit hatte Spuren hinterlassen. Das Mindestziel, die Qualifikation für das internationale Geschäft, wurde verfehlt. Enttäuschung, Frust und offene Fragen gehörten deshalb genauso zur Ausgangslage wie die Lust, gemeinsam wieder nach vorn zu schauen. Unsere Botschaft sollte klar und direkt sein: alte Saison abhaken, Kopf frei machen, neu angreifen. Restart!
Ein Knopf, drei Phasen und eine klare Richtung
Im Zentrum der Choreo stand der große rote Restart-Button. Ein Symbol, das jede und jeder sofort versteht: drücken, zurücksetzen, neu starten. Für uns passte dieses Bild perfekt zum Moment. Nicht vergessen, was war. Nicht so tun, als hätte es die letzte Saison nicht gegeben. Sondern bewusst den Schalter umlegen und mit neuer Energie in die Saison gehen.
Die Aktion war bewusst mehrphasig angelegt. Zunächst legte sich ein großes Banner über Sektor B: „Alte Saison abgehakt – jetzt wieder gemeinsam angreifen“. Damit wurde der Gedanke aufgenommen, dass eine Kurve nicht nur kommentiert, sondern den Neustart aktiv mitträgt. Danach wurde der Restart-Button als zentrales Element hochgezogen. In der letzten Phase erschien das Spruchband unter dem Sektor: „Saisonstart heißt: Alles ist wieder möglich!“ Aus Rückblick, Symbol und Ausblick wurde so eine zusammenhängende Geschichte.

Von der Idee zur Umsetzung
Bis ein solcher Moment im Stadion zu sehen ist, liegen viele Stunden Arbeit hinter allen Beteiligten. Am Anfang stand die Idee, den Saisonstart nicht einfach nur zu begleiten, sondern ihn bildlich zu inszenieren. Daraus wurde ein Motiv entwickelt, Material kalkuliert, Flächen geplant, zugeschnitten, geklebt, gemalt und immer wieder überprüft.
Gerade der Restart-Button stellte uns vor praktische Fragen: Er musste aus der Entfernung klar lesbar sein, in der Arena funktionieren und gleichzeitig so gebaut werden, dass er am Spieltag sicher und wirkungsvoll präsentiert werden konnte. Dazu kamen die großen Banner, das Spruchband, die Unterkonstruktionen, Netze, Befestigungen, Transportwege und die Abstimmung mit allen, die am Spieltag mit anpackten.
Auch dieses Projekt war Teamarbeit. Viele kleine Schritte, viele helfende Hände und viele Entscheidungen, die man am Ende oft gar nicht sieht, machen aus Folie, Farbe, Stoff und Kabelbindern erst ein Bild für die Kurve.

Aufbau, Probehängen, Spieltag
Nach der Werkstattarbeit ging es ins Stadion. Dort zeigte sich wie immer, ob Planung und Realität zusammenpassen. Der Button wurde positioniert, die Flächen wurden befestigt, das Zusammenspiel der Elemente wurde geprüft und die Abläufe für den Spieltag wurden durchgesprochen. Solche Momente sind für uns besonders wichtig, weil eine Choreo erst dann wirklich steht, wenn sie in der Arena mit ihren Dimensionen, Blickachsen und technischen Möglichkeiten funktioniert.
Am Spieltag selbst war dann alles auf Timing ausgelegt: erst das Banner über der Kurve, dann der hochgezogene Restart-Button, anschließend das Spruchband. So sollte der Moment nicht nur optisch wirken, sondern inhaltlich Schritt für Schritt erzählt werden. Die Kurve machte aus dem Bild schließlich das, wofür es gedacht war: ein gemeinsames Signal zum Start der neuen Saison.

Zur Kritik: Anspruch, Möglichkeiten und Wachstum
Uns ist bewusst, dass es zu dieser Choreo unterschiedliche Rückmeldungen gab – auch kritische Stimmen zur optischen Gestaltung und zur Wirkung des Motivs. Kritik gehört dazu, und wir nehmen sie ernst. Gleichzeitig möchten wir transparent machen, was hinter solchen Projekten steht: Der Anspruch, große, beeindruckende und saubere Choreos auf die Beine zu stellen, ist bei uns immer vorhanden. Damit dieser Anspruch aber weiter wachsen kann, braucht es zwei Dinge: finanzielle Mittel und Menschen, die mitmachen.
Material, Transport, Lagerung, Technik und Werkstattzeiten kosten Geld. Ebenso entscheidend ist die Manpower: Leute, die Ideen entwickeln, Entwürfe bauen, Flächen vorbereiten, malen, kleben, schleppen, hängen, sichern, am Spieltag koordinieren und anschließend wieder abbauen. Je mehr Unterstützung es gibt, desto größer können wir denken, desto sauberer können wir arbeiten und desto mehr können wir ausprobieren.
Unser Ziel ist deshalb klar: Wir wollen uns kontinuierlich verbessern, wachsen und in Zukunft noch größere, schönere und eindrucksvollere Projekte ermöglichen. Dafür sind wir über jede Form der Unterstützung dankbar – ob als Fördermitglied, durch Spenden oder durch tatkräftige Hilfe im gesamten Prozess.
Spenden machen Choreos möglich
Auch die Restart-Choreo wurde spendenfinanziert. Dafür sagen wir allen Danke, die vor Ort, digital oder auf anderem Weg unterstützt haben. Jede Spende landet in unseren Projekten und hilft dabei, die nächste Idee umzusetzen. Choreos entstehen nicht aus dem Nichts. Sie entstehen, weil Menschen bereit sind, Zeit, Geld, Geduld und Leidenschaft zu investieren.
Wer die Choreo gut fand, wer Feedback geben möchte oder wer beim nächsten Mal nicht nur zuschauen, sondern mit anpacken will, ist jederzeit willkommen. Die Rot-Weiße Choreowerkstatt lebt davon, dass aus einzelnen Händen ein gemeinsames Bild wird.

Restart gedrückt. Jetzt gemeinsam angreifen.
Mit der Restart-Choreo wollten wir ein Zeichen setzen: Die alte Saison ist abgehakt. Der Blick geht nach vorn. Saisonstart heißt, dass alles wieder möglich ist – auf dem Platz, auf den Rängen und in der Kurve.
Danke an alle Helferinnen und Helfer, an alle Spenderinnen und Spender und an alle, die diesen Moment möglich gemacht haben. Jetzt gilt es, den Restart nicht nur zu zeigen, sondern gemeinsam zu leben.
